Bildungsangebote

Erleben bildet!

Erfahrungen sammeln, Erlebnisse teilen, Persönlichkeit entwickeln – bayerische Jugendherbergen sind ideale Orte, um die Klassengemeinschaft zu stärken und Schulwissen zu vertiefen. Und auch Lehrern bieten sie zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden.

Klassenfahrten und Bildungsangebote als wichtige Säulen in 2025

STÄRKUNG VON KOMPETENZEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN: DEMOKRATIEERZIEHUNG, RADIKALISIERUNGSPRÄVENTION UND MEDIENBILDUNG. VIELFÄLTIGE THEMEN AM „LERNORT JUGENDHERBERGE“

Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass der Schulbereich und Klassenfahrten weiterhin wesentliche Säulen in der Arbeit der bayerischen Jugendherbergen sind. Die Übernachtungen von Schulen bilden mit 42 Prozent den größten Anteil aller Gastarten: insgesamt knapp 480.000 Übernachtungen. Neben dem wirtschaftlichen Ertrag hat sich vor allem auch das inhaltliche Angebot von Bildungsprogrammen an Jugendherbergen erweitert und ausdifferenziert. Lehrkräfte nutzen häufig und gerne die vielfältigen Programmbausteine und Mehrtagesprogramme während ihrer Klassenfahrten. Inzwischen stehen an Bayerns Jugendherbergen fast 2.500 pädagogische Bausteine und Programme zur Verfügung. Dabei werden die Themen laufend weiterentwickelt. Die Bildungsangebote orientieren sich stark an den Bedürfnissen der Zielgruppen und ermöglichen Verknüpfungen mit den schulischen Lehrplänen. Zusätzlich bereichern immer wieder innovative standortübergreifende Bildungsprojekte wie beispielsweise „POWER SKILLS @ DJH“ und „YOUPEDIA“ das Portfolio der Jugendherbergen.

Die schon im Vorjahr initiierte Neusortierung der Klassenfahrtenprogramme der bayerischen Jugendherbergen im Sinne der schulart- und fächerübergreifenden Kompetenzbereiche des Unterrichts wurde auch in 2025 weiter verfeinert. Auf der Übersichtsseite https://www.jugendherberge.de/bayern/alle-klassenfahrten/ sind die entsprechenden Themenfelder auffindbar. Hier können Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Begleitpersonen ihre Klassenfahrten und Gruppenprogramme nach Themenschwerpunkten suchen und zusammenstellen. Darüber hinaus finden sich auch auf den Webseiten der einzelnen Jugendherbergen weiterhin alle Programme und Bausteine des jeweiligen Standorts. https://www.jugendherberge.de/bayern/

Bildung in Kompetenzen denken.

Klassenfahrten in Bayerns Jugendherbergen werden nach relevanten Themen sowie schulart- und fächerübergreifenden Kompetenzbereichen sortiert:

  • Soziales Lernen
  • Kulturelle Bildung, musisch-ästhetische Bildung
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung, Globales Lernen)
  • Gesundheitsförderung, Sport und Bewegung
  • Medienbildung / Digitales Lernen
  • Politische Bildung / Demokratie- und Menschenrechtserziehung
  • Berufliche Orientierung
  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie

Der satzungsgemäße Bildungsauftrag des DJH Landesverbandes Bayern e.V. zur „Förderung der Erziehung und Bildung junger Menschen“ wird anhand der pädagogischen Programme und der übergreifenden Bildungsprojekte des Teams Bildung und Programme mit Leben gefüllt. Die qualitativ hochwertigen Angebote am „Lernort Jugendherberge“ sind zielgruppenspezifisch ausgerichtet und orientieren sich am schulischen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Sie knüpfen im Sinne des außerschulischen Lernens aber auch gezielt an der Lebenswelt und den Interessen der Kinder und Jugendlichen an und tragen so auch zu non-formaler Bildung und informellen Lernprozessen bei.

Jugendherbergsprogramme mit Bezügen zum Lehrplan

Das Projekt „Curriculare Anbindung schulbezogener Programme“ stellt Programme mit unterschiedlichen Anknüpfungsmöglichkeiten an den bayerischen LehrplanPLUS bereit. Die mit dem Gütesiegel „Lehrplan unterstützend“ zertifizierten 3- bis 5-tägigen Programme bieten eine Anbindung an den LehrplanPLUS für die Grundschule oder die Sekundarstufe-I und sind so angelegt, dass sie jeweils zwei bis vier ausgewählte Kompetenz- oder Gegenstandsbereiche des LehrplanPLUS Bayern vertiefen.

Zur Vergabe des Gütesiegels „Lehrplan unterstützend“ werden die Programme durch eine interne Expert*innenrunde begutachtet.

Ende 2025 waren insgesamt 29 Programme für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 an 16 Jugendherbergen mit dem Gütesiegel „Lehrplan unterstützend – Grundschule“ ausgezeichnet.

Insgesamt 26 Programme für die Jahrgangsstufen 5 bis 10 waren an 11 Jugendherbergen mit dem Gütesiegel „Lehrplan unterstützend – Sekundarstufe-I“ ausgezeichnet.

Die zertifizierten Programme ergänzen den Unterricht und fördern auf kreative Weise die vom LehrplanPLUS verfolgten Kompetenzen. Dabei kann es sich sowohl um fächerübergreifende Kompetenzen (z.B. Soziales Lernen, Kulturelle Bildung, BNE usw.) als auch um fachbezogene Gegenstandsbereiche (Deutsch, Englisch, Sport, Werken, Kunst, Heimat- und Sachunterricht etc.) handeln.

Qualitätsentwicklung im Bereich Bildung

Bildungsprofile

Die besonderen Bildungsprofile sind als „Leuchttürme“ im Programmbereich hochwertige und nachhaltige Lernorte. Die Qualität des pädagogischen Angebots an diesen Jugendherbergen wird durch einen Zertifizierungsprozess gesichert. Neben einer fachpädagogischen Begleitung und einem engen Austausch der beteiligten Pädagog*innen im Landesverband werden die Qualitätsstandards der Profiljugendherbergen durch den DJH Hauptverband alle drei Jahre geprüft. Ende 2025 konnten die Zertifikate „Aktiv und Fit|Jugendherberge Wunsiedel“, „Umwelt|Jugendherberge Eichstätt“ und „Umwelt|Jugendherberge Waldhäuser“ erfolgreich verlängert werden.

An den bayerischen Umwelt|Jugendherbergen wird den Gästen ein nachhaltiger und sensibler Umgang mit Natur und Umwelt nähergebracht. Bildung für nachhaltige Entwicklung, globales Lernen und klassische Umweltbildung stehen im Mittelpunkt der pädagogischen Programme. Das unmittelbare Naturerlebnis und handlungsorientiertes Lernen zeichnen diese traditionsreichen Jugendherbergen aus. Die bayerischen „Umwelt|Jugendherbergen“ Eichstätt und Waldhäuser sind außerdem mit dem Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern des Bayerischen Umweltministeriums als hochwertige Bildungsorte anerkannt.

Im bundesweiten Bildungsprofil Aktiv und Fit|Jugendherberge befassen sich die Angebote mit einer Kombination aus Bewegung, Entspannung und Stressbewältigung, gesunder Ernährung und sozialem Lernen. Das Motto „Erleben was gut tut – Fit fürs Leben“ steht in diesen bayerischen Häusern besonders im Fokus: Die Jugendherberge Wunsiedel und die drei Sport|Jugendherbergen Bad Tölz, Ottobeuren und Mühldorf (am Inn) sind „Träger*innen“ der Qualitätsauszeichnung „Aktiv und Fit|Jugendherberge“.

Die Kultur|Jugendherbergen stellen kulturelle-historische Bildung ins Zentrum ihrer Angebote. Kreatives, geschichtliches und soziales Lernen sind an diesen Standorten ebenso bedeutsam wie Demokratiebildung und Menschenrechtserziehung. Neben Möglichkeiten zum kulturellen bzw. inter-kulturellen Austausch bieten die Häuser spannende und erlebnisreiche Einblicke ins Kulturleben der jeweiligen Standorte. In diesem Sinne befinden sich die bayerischen Kultur|Jugendherbergen ausnahmslos an kulturell und historisch bedeutsamen Orten: Regensburg, Passau, Nürnberg und München City.

Das „bayernexklusive“ Bildungsprofil „Alpiner Studienplatz“ steht für die besondere Prägung der Natur, Umwelt und Kultur im Alpenraum. Die Jugendherbergen Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Oberammergau und (bis Oktober 2025) Walchensee-Urfeld sind durch hochwertige pädagogische Programme aus den Feldern Erlebnispädagogik, Umweltbildung/BNE, sozialem und kulturellem Lernen gekennzeichnet.

Insgesamt sind die Programme der Bildungsprofile stark an den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer orientiert und greifen immer wieder Trends aus Bildung und Pädagogik auf, die in die Weiterentwicklung der Programme einfließen. Die an diesen Jugendherbergen verankerten pädagogischen Mitarbeitenden sind eng mit dem Team Bildung der Geschäftsstelle und untereinander vernetzt, um sich zu aktuellen Bildungsthemen, Projektideen und „Best Practice“ auszutauschen.

Im Februar 2025 konnte die Klausurtagung der pädagogischen Mitarbeiter*innen der bayerischen Jugendherbergen mit einer Fortbildung zum Thema „Stimm- und Sprachtraining im Beruf“ kombiniert werden. Unter Anleitung eines Schauspieldozenten und Spracherziehers lernte die Gruppe Methoden für einen schonenderen Einsatz der Stimme bei der Anleitung von Gruppen und gezielte Atemtechniken. Der Workshop war auch für andere DJH-Mitarbeitende geöffnet. Im Dezember 2025 wurde ein Netzwerkreffen mit einer Schulung zu Methoden der „Demokratiebildung und Radikalisierungsprävention“ verbunden.

Zielgruppeneignungen

Neben den anerkannten Bildungsprofilen werden im Fachbereich Marketing & Bildung auch die „Zielgruppeneignungen“ der Jugendherbergen begleitet und koordiniert. Der DJH Hauptverband auditiert im Zuge einer vor einigen Jahren eingeführten Kundenorientierungssystematik die Zielgruppeneignungen. Die Checklisten zur Qualitätssicherung werden von den Jugendherbergen ausgefüllt und vom DJH Bayern vorgeprüft. Das Team Bildung im Landesverband konnte Anfang 2025 insgesamt 65 Zertifikate zur Zielgruppeneignung für die knapp 50 bayerischen Jugendherbergen (Mehrfachanerkennung möglich) erfolgreich rezertifizieren lassen:

  • „Besonders geeignet für Tagungen und Seminare“ an 20 bayerischen Jugendherbergen verlängert.
  • „Besonders geeignet für Familien“ an 14 bayerischen Jugendherbergen verlängert.
  • „Besonders geeignet für Sportgruppen“ an 11 bayerischen Jugendherbergen verlängert.
  • „Besonders geeignet für Musikgruppen“ an 20 bayerischen Jugendherbergen verlängert.

Die Urkunden sind bis zum 31.12.2027 gültig.

Ausgewählte Bildungsprojekte

„Power Skills @ DJH“: Radikalisierungsprävention und Stärkung sozialer Kompetenzen

Im Berichtsjahr konnte das neue Bildungsprojekt „POWER SKILLS @ DJH“ zur „Radikalisierungsprävention und Förderung sozialer Kompetenzen am Lernort Jugendherberge“ erfolgreich initiiert und umgesetzt werden. Mit einer Laufzeit von Dezember 2024 bis (vorläufig) Ende Dezember 2025 wurde das Projekt durch das Referat Radikalisierungsprävention des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) gefördert. Ab März 2025 konnte eine Fachreferentin an der Geschäftsstelle des DJH Bayern ihre Arbeit aufnehmen und das Programm inhaltlich und organisatorisch begleiten und unterschiedliche Workshopangebote planen und durchführen. Das Projekt hat zum Ziel, durch unterschiedliche Maßnahmen und Workshops zur Prävention von Radikalisierung und Extremismus beizutragen sowie die sozialen Kompetenzen bei Jugendlichen zu fördern.

In der Umsetzung des modular aufgebauten Projekts sind vor allem drei Formate und Zielgruppen vorgesehen: (1) Workshops für Schulklassen und Jugendgruppen, (2) Fortbildungsseminare für Mitarbeitende und Ehrenamtliche des DJH Bayern sowie (3) Schulungen für künftige Programmreferent*innen und Multiplikator*innen (Coachings).

Im Laufe des Jahres 2025 wurde bereits an einer Verlängerungsphase des Projekts gearbeitet. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Förderung durch das Sozialministerium in 2026 voraussichtlich nicht mehr genehmigt werden könne. Im Herbst 2025 konnte über die Regierung von Mittelfranken (als Projektverwaltungsbehörde) eine kostenneutrale Verlängerung der Förderphase des StMAS bis Ende Februar 2026 erreicht werden. Parallel wurde bei der Stiftung Deutsches Jugendherbergswerk ein neuer Förderantrag für die Projektlaufzeit März bis Dezember 2026 eingereicht. Dieser wurde noch vor Ende 2025 bewilligt, so dass eine nahtlose Weiterarbeit im Projekt ermöglicht werden konnte. Für 2027 sollen erneut Förderanträge beim StMAS vorbereitet werden.

In der Projektumsetzung während der Förderphase konnten die gesteckten Projektziele sehr gut erreicht werden:

  • Workshops für Schulklassen und Jugendgruppen – Module „School“ (bzw. „Youth Camp“) BASE; ACTIVE oder INTENSE konnten 8x ein- bis 3-tägige Workshops mit insgesamt ca. 180 Teilnehmenden durchgeführt werden. Daran waren Schulklassen aus der 8. und 9. Jahrgangsstufe – u.a. von Gymnasien und Mittelschulen beteiligt.
  • Fortbildungsseminare für Mitarbeitende und Ehrenamtliche des DJH Landesverbandes Bayern – Module „Awareness“ BASE oder EXPERT: es wurden sechs Schulungen ausgeschrieben, von denen drei durchgeführt werden konnten (23 TN).
  • Seminare für künftige Programmreferent*innen / Teamer*innen – Modul „Coaching“: es konnten zwei 3-tägige Seminare ausgeschrieben und mit insgesamt 42 Teilnehmenden durchgeführt werden.

Für das Jahr 2026 werden neue Anfragen von Schulklassen und Gruppen bearbeitet und Maßnahmen zur Umsetzung vorbereitet.

https://www.jugendherberge.de/bayern/nachhaltigkeit/power-skills/

Medienbildung

Bereits seit vielen Jahren laufen standortübergreifend an mehreren Jugendherbergen Programme zur praktischen Medienarbeit und zur Förderung von Medienkompetenzen bei Kindern und Jugendlichen. Medienbildung und digitales Lernen können insbesondere bei mehrtägigen Klassenfahrten und Jugendherbergsaufenthalten auf ideale Weise praxisnah realisiert werden.

Das DJH-Bildungsprojekt YOUPEDIA – „Kultur und Geschichte(n) entdeckt von Jugendlichen für Jugendliche“ – geht auf eine Kooperation des DJH Landesverbandes Bayern mit der Klassik Stiftung Weimar und dem DJH Hauptverband zurück. In den Bildungsprogrammen können die Schülerinnen und Schüler sowie Jugendgruppen eigene Medienprodukte zu unterschiedlichen Themen erarbeiten. Sie werden dabei von Kulturpädagog*innen und Mediencoaches unterstützt. Je nach Zielgruppe und Interessen entstehen auf Basis von kulturellen Inputs zu historischen Ereignissen, Persönlichkeiten oder Gebäuden vielfältige Medienbeiträge – beispielsweise Audios, Podcasts, Interviews, Videos, Experimental- oder Trickfilme, Actionbounds, Fotoserien oder crossmediale Produkte.

In Bayern sind fünf Jugendherbergen am YOUPEDIA-Projekt beteiligt: die Jugendherberge Bayreuth und die Kultur|Jugendherbergen Passau, Regensburg, Nürnberg und München-City. Im März 2025 hat in der Kultur|Jugendherberge München City der bundesweite Fachtag „YOUPEDIA – Kultur digital erleben!“ stattgefunden. Die Veranstaltung haben DJH Bayern, DJH Hauptverband und Klassik Stiftung Weimar gemeinsam ausgerichtet. Mit dem Fachtag wurden gezielt Akteure angesprochen, um die Vernetzung zu stärken und neue Perspektiven zur YOUPEDIA-Programmentwicklung zu eröffnen. Neben dem fachlichen Austausch konnten auch praxisnahe Tipps und erste Schritte zur Umsetzung von Medienprojekten geteilt werden.

https://youpedia-bayern.jugendherberge.de/

https://www.youpedia.de/

Ein idealer Ort für Medienbildung und medienpädagogische Praxis ist auch die Jugendherberge Falkenberg (Tannenlohe). Hier ist das überregionale Jugendmedienzentrum T1 des Landkreises Tirschenreuth angesiedelt. Das Team des T1 hat seine attraktiven Medien-Workshops für Jugendgruppen und Schulen ausgeweitet und macht diese vermehrt auch für die Gäste der Jugendherberge zugänglich.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Umweltbildung und Naturerleben sind klassische Schwerpunkte für Klassenfahrten. Seit einigen Jahren werden darüber hinaus gezielt Programme mit engeren Bezügen zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für die bayerischen Jugendherbergen entwickelt und angeboten. Sie basieren auf einem standortübergreifenden BNE-Konzept, das in einer DJH-Expert*innen-Runde aus pädagogischen Mitarbeiter*innen erarbeitet worden ist. Die Bildungsprogramme orientieren sich an den nachhaltigen Zielen der UN („Sustainable Development Goals“) und den vier Dimensionen der Nachhaltigkeit. Sie haben eine klare zielgruppen- und altersspezifische Ausrichtung und erfüllen entsprechende Qualitätskriterien des DJH. Ende 2025 waren etwa 35 Programmbausteine und mehrtägige Programme an 12 Jugendherbergen gemäß den „BNE-Kriterien“ buchbar.

https://www.jugendherberge.de/bayern/alle-klassenfahrten/bne-klassenfahrten/bne-bayern/

Kooperation und Vernetzung

Die Vernetzungsarbeit im Bereich Bildung hat auch in 2025 eine bedeutende Rolle gespielt.

Der „Runde Tisch Klassenfahrten“ ist ein wichtiges Forum zur Netzwerkarbeit im Bildungsbereich und dient dem regelmäßigen Austausch mit Organisationen aus Schule und Bildung. Neben den wichtigsten Lehrer*innen- und Elternverbänden sind auch Vertreter*innen der Schulleitungen und Direktorate sowie Schülersprecher*innen dabei. Der „Runde Tisch“ wurde vom DJH Landesverband Bayern gemeinsam mit den bayerischen Jugendbildungsstätten/Bayerischer Jugendring und dem Bayerischen Schullandheimverband gegründet. Schwerpunktthemen waren im Jahr 2025 u.a. die pädagogische Bedeutung von Klassenfahrten, inhaltliche Bildungsprojekte an Jugendherbergen, Schullandheimen und Jugendbildungsstätten sowie das Reisekostenbudget von Schulen.

Im Juni 2025 haben die Mitglieder des „Runden Tischs Klassenfahrten“ im Rahmen eines Treffens im Bayerischen Landtag das Memorandum „Bildung ganzheitlich denken. Schülerfahrten als Lern- und Sozialisationsräume stärken!“ an die Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Anna Stolz, übergeben. Etwa 20 Organisationen und Verbände des „Runden Tischs“ haben das Positionspapier im ersten Halbjahr 2025 entwickelt und unterzeichnet. Es wurde betont, dass Schülerfahrten die Bildungs-, Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen erweitern und dauerhaft sichern. Als zentrale Aussagen des Memorandums hat Klaus Umbach, Präsident des DJH Landesverbandes Bayern, bei der Überreichung an die Kultusministerin hervorgehoben, dass Schülerfahrten ein essenzieller Bestandteil der Entwicklungsbiografie von Heranwachsenden seien. Die Mitgliedsverbände der Schulfamilie sind als Unterzeichnende des „Memorandums Schülerfahrten“ davon überzeugt, dass die bestehenden schulischen Bildungskonzepte durch die außerschulische Bildungsarbeit der Jugendherbergen, Schullandheime und Jugendbildungsstätten auf ideale Weise ergänzt werden und dadurch junge Menschen adäquat auf die Gesellschaft von morgen vorbereiten. Kultusministerin Stolz bestätigte die Bedeutung des außerschulischen und außerunterrichtlichen Lernens und dankte den Mitgliedsorganisationen des „Runden Tischs“ für die Impulse hinsichtlich eines ganzheitlich gedachten Bildungsansatzes. Nur so würden den Kindern beste Zukunftschancen eröffnet.

Nach der Neukonstituierung des Fachbeirats Bildung des DJH Landesverbandes Bayern e.V. im Herbst 2024 kamen die Mitglieder zu zwei Sitzungen in 2025 zusammen. Der Fachbeirat Bildung (als Nachfolgegremium des 2002 gegründeten Beirats Bildung, Umwelt und Kultur) dient dem fachlichen Austausch und der Vernetzung im Bereich Bildung und Erziehung sowie als beratendes Gremium für Bildungsprojekte und -angebote an bayerischen Jugendherbergen. Den Vorsitz hat Daniela Arnu, stellvertretende Präsidentin des DJH Bayern, übernommen. Die fachliche Organisation und Koordinierung liegt bei Markus Achatz, Leiter Bildung und Programme. In der Sitzung im Februar 2025 standen zwei Fachinputs auf der Agenda: „Perspektiven und Szenarien zur Entwicklung des Wintertourismus“ von Prof. Dr. Jürgen Schmude (Tourismuswirtschaft, Nachhaltigkeit und CSR, LMU München). „Medienbildung: Förderung von Medienkompetenz und BNE: Medienpädagogische Angebote an Jugendherbergen“ von Kathrin Demmler (Direktorin – JFF-Institut für Medienpädagogik). Die Beiratssitzung im Herbst stand unter dem Motto „Klassenfahrten sind das Beste, was Schule leisten kann“ (einem Zitat von Prof. Dr. Klaus Zierer, Schulpädagoge Universität Augsburg). Neben der Vorstellung und Diskussion von aktuellen Klassenfahrtenprogrammen der Jugendherbergen gaben Dr. Denise Weckend und Dr. Elmar Straube (Wissenschaftliche Mitarbeiter des Lehrstuhls Schulpädagogik an der Uni Augsburg) Impulse zu Chancen am „Lernort Jugendherberge“ und zum Modellprojekt „Fit für die Klassenfahrt“ (Kooperation DJH Bayern mit der Universität Augsburg).

Während des Jahres 2025 wurde an einem Konzept zur Vergabe eines neuen DJH Bildungspreises gearbeitet. Der neue Preis soll ab 2026 Persönlichkeiten, Institutionen, Gruppen, Initiativen oder Projekte honorieren, die sich in herausragender Weise für eine gute Bildung im Kontext des DJH und der bayerischen Jugendherbergen einsetzen oder eingesetzt haben. Damit werden besonders engagierte, innovative und qualitativ hochwertige Ideen und Konzepte der Bildungsarbeit sichtbar gemacht. Das vom Präsidium des DJH Bayern verabschiedete Konzept wurde auch im Fachbeirat vorgestellt. Eine siebenköpfige Jury wird in 2026 erstmals den Preis vergeben.

Der DJH Landesverband Bayern wirkt als aktives Mitglied seit vielen Jahren im Wertebündnis Bayern und im Bayerischen Bündnis für Toleranz mit. Beide Bündnisse setzen sich aus zahlreichen Organisationen und Verbänden zusammen, die sich bayernweit für eine werteorientierte Bildung und Erziehung, für die Stärkung von Demokratie und Menschenrechten – insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – engagieren. Das „Bayerische Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ hat in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen gefeiert und versteht sich als Vernetzungsplattform, um unsere Demokratie und die Achtung der Menschenwürde zu stärken und Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen.

Im Oktober 2025 fand in der Kultur|Jugendherberge München City die Plenarsitzung des Bayerischen Bündnisses für Toleranz statt. Im Anschluss daran wurde der Bayerische Toleranzpreis des Bayerischen Vereins für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde e.V. an die Münchener Lehrerin Bettina Mehić vergeben. Die Laudatio hielt Christian Kopp, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Vorsitzender des Bündnisses.

Als Kooperationspartner des Bayerischen Kultusministeriums beim Schülerlandeswettbewerbs „Erinnerungszeichen“ vergibt der DJH Landesverband Bayern seit vielen Jahren Sonderpreise an Schulklassen in Form von Übernachtungsgutscheinen in den Jugendherbergen. Im Juli 2025 hat im Senatssaal des Bayerischen Landtags wieder die festliche Preisverleihung der aktuellen Wettbewerbsstaffel des Schülerlandeswettbewerbs „Erinnerungszeichen“ stattgefunden. Mit einer Teilnehmerzahl von mehr als 1.300 Schülerinnen und Schülern gab es zum diesjährigen Thema „Mittelalter ist überall – Spurensuche in Bayern“ so viele Teilnehmer*innen wie noch nie. Die Preise wurden in Anwesenheit von Landtagspräsidentin Ilse Aigner übergeben.

Weitere Bildungsaktivitäten und Projekte im DJH Bayern

Teamer*innen-Pool und Durchführung von Kinder- und Familien-Ferienfreizeiten

Nach einer positiven Zwischenbilanz zum Aufbau eines Pools aus Teamer*innen und Programmreferent*innen und zur Planung und Ausschreibung von Ferienfreizeiten für Kinder und Familien wird das Projekt fortgeführt. In den Schulferien 2025 (Ostern, Pfingsten, Sommer) konnten insgesamt zehn einwöchige Maßnahmen (7x Kinderfreizeiten und 3x Familienfreizeiten) in bayerischen Jugendherbergen erfolgreich durchgeführt werden. Für die Akquise und Fortbildung von Teamer*innen zur Begleitung der Freizeiten wurden im Frühjahr und Herbst Basisschulungen und Netzwerktreffen durchgeführt. Dort werden pädagogische und rechtliche Grundlagen bei Freizeiten und Programmen ebenso vermittelt, wie praxisbezogene Methoden. Besonders wertvoll ist in diesem Projekt die Zusammenarbeit mit dem DJH Landesverband Baden-Württemberg. Mit dem fachlichen Austausch und den gemeinsamen Seminaren hat sich der vorhandene Pool an freiberuflichen pädagogischen Referent*innen stabilisiert und gut vernetzt.

Institutionelles Schutzkonzepts zur Prävention sexualisierter Gewalt

Die Erarbeitung eines eigenen Konzepts zum Kinder- und Jugendschutz in Jugendherbergen und im Besonderen zur Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen hat in 2025 viel Raum in Anspruch genommen. Nach einer intensiven Phase der Vorbereitung und Erstellung des strukturellen Rahmens konnten bis Herbst 2025 die Risikobereiche beschrieben und ein Verhaltens- und Ehrenkodex für die Jugendherbergen erstellt werden. Zur weiteren Finalisierung erfolgten Abstimmungen zwischen Vorstand, Team Bildung, Fachbereich Personal und dem Betriebsrat. Das Gesamtkonzept wurde im Herbst dem Vorstand vorgelegt. Parallel wurde ein Fortbildungskonzept erstellt. Erste Schulungen zur Sensibilisierung hinsichtlich von Prävention konnten vorbereitet und umgesetzt werden. Die weiteren Feinplanungen und die Implementierung des Schutzkonzepts sollen in 2026 abgeschlossen werden.

Verbesserung der Inklusionsmöglichkeiten im DJH Bayern

Im Jahresverlauf 2025 wurde weiter am Projekt zur „Inklusion“ gearbeitet. Hinsichtlich der Fortschreibung und Aktualisierung des Positionspapiers „Inklusion in Jugendherbergen“ wurden einige Meilensteine erreicht. Auf Ebene des Präsidiums kam die Arbeitsgruppe Inklusion mehrfach zusammen und entwickelte Struktur und Inhalte des Papiers weiter. Parallel wurden die Maßnahmen hinsichtlich einer Verbesserung der Inklusion in Jugendherbergen an die Handlungsfelder aus der nachhaltigen Strategie des DJH Landesverbandes Bayern angedockt. In bilateralen Gesprächen und Experteninterviews wurden externe Partner kontaktiert und befragt. Bereits im Januar 2025 fand eine Fachtagung als „Expert*innen-Runde zur Inklusion“ in der Kultur|Jugendherberge München City statt. Neben Mitgliedern des Präsidiums, des Vorstands und der Fachbereiche im DJH konnten 12 externe Fachleute aus unterschiedlichen Kontexten gewonnen werden, die wertvolle Impulse zu Inklusion, zur Arbeit mit beeinträchtigten Menschen und zum Abbau von Barrieren gaben. U.a. waren Vertreter*innen aus der Lebenshilfe Bayern, der LAG Selbsthilfe Bayern, dem Verband Sonderpädagogik, Kultusministerium, DEHOGA Bayern, Bayern Tourismus und der EEA (Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber in Bayern) dabei. Das Projekt wird in 2026 fortgesetzt und das neue Positionspapier soll dann veröffentlicht werden.

Musik, Medien und kulturelle Bildung (Kultur|Jugendherberge München City)

In 2025 konnte endlich auch der sanierte Altbau der neuen Kultur|Jugendherberge München City fertiggestellt werden. Somit sind auch weitere Nutzungsmöglichkeiten für Programmaktivitäten und Aufenthaltsbereiche für die Gäste erschlossen, u.a. die Fertigstellung eines multifunktionalen Kultur- und Theaterraums im Altbau sowie die Installation weiterer Hörstationen im neuen Loungebereich des Altbaus. Hier ist eine Wand mit der „City-of-Pop“-Map des Zündfunks (BAYERN 2) großformatig gestaltet. Auch im Tonstudio konnten die fehlenden Komponenten der Medientechnik und Möblierung ergänzt werden. Das profilbezogene Programmangebot zu den Schwerpunkten „Musik, Medien und kulturelle Bildung“ der Kultur|Jugendherberge München City konnte weiter ausgebaut und verfeinert werden. U.a. mit Singer-Songwriter-Programmen, DJ- und Podcast-Workshops, Musik-App-Angeboten und verschiedenen digitalen und analogen Rallyeformaten. Die Gewinnung neuer Kreativ- und Programmpartner führte auch zur Beteiligung der Kultur|Jugendherberge an der „Neuhauser Musiknacht“ im Oktober 2025. Rund 100 Gäste besuchten die Livekonzerte im Foyer des Hauses. Die drei Musikacts sorgten für tolle Stimmung und zeigte das Potenzial der Jugendherberge als lebendiger Kulturort und für den kreativen Austausch.

Arbeitsgruppe Bildungswelt (DJH Bundesebene)

Die Expert*innen-Kommission „AG Bildungswelt“ des DJH auf Bundesebene hat seine Arbeit 2025 fortgesetzt und konnte die Rahmenbedingungen zur Einführung einer neuen Programmschiene für hochwertige Bildungsprogramme an Jugendherbergen festlegen. Es wurden dabei Leitlinien für Bildungsziele und Qualitätskriterien der Programme und der Durchführenden entwickelt, die als Grundlage für ein Zertifizierungsverfahren dienen. Ab 2026 können bundesweit mehrtägige Programme mit dem Label „BildungPLUS“ anerkannt werden. Die Programme müssen eine hochwertige Umsetzung von Bildungsinhalten und eine intensive pädagogische Begleitung aufweisen.

Lehrerfortbildungen in Jugendherbergen

Mit der Zielgruppe „aktive Lehrkräfte im Dienst und aller Schularten“ sind die Kooperationslehrgänge mit der Akademie Dillingen (Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung) ein außerordentlich wichtiges und erfolgreiches Lehrgangsformat an Jugendherbergen. Die 3- bis 5-tägigen Seminare haben eine starke Ausrichtung an fachlichen Themen und weisen direkten Unterrichtsbezug auf. Praxisbezogen werden die Themen durch Hinweise und Vorschläge zur Planung, Gestaltung und Durchführung von Schülerfahrten ergänzt.

Aktuelle Themenbeispiele:

  • „Lernräume öffnen – Mobiles, digitales Lernen im Unterricht und in der Jugendherberge“ (Jugendherberge Bayreuth)
  • „Und App geht´s! Kreative Impulse für mobiles Lernen in Schule, Museum und Jugendherberge“ (Kultur|Jugendherberge München City)
  • „Von der Projektarbeit zur Projektprüfung – Grundlagen und Möglichkeiten der kompetenzorientierten Umsetzung“ (Jugendherberge Lindau)
  • „Geschichte begreifen – Erinnerungskultur gestalten – Demokratie, Toleranz und Menschenrechte stärken: Lernen am Beispiel Nürnbergs“ (Kultur|Jugendherberge Nürnberg)
  • „Naturerlebnis und soziales Lernen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (Jugendherberge Berchtesgaden)
  • „Forschen, Entdecken, Staunen – Naturwissenschaftliches Lernen in der Jugendherberge und in der Schule“ (Jugendherberge Kreuth)
  • „Fächerübergreifendes Projektlernen für die Zukunft – ein Beispiel für die Mittelschule (5-7) (MINT trifft Nachhaltigkeit)“ (Sport|Jugendherberge Bad Tölz)
  • „Außerschulischer Lernort Jugendherberge. Klassenfahrten richtig planen und erfolgreich durchführen. Multiplikatorenausbildung für Lehrgangsleiter*innen“ (Jugendherberge Possenhofen)

Bereits seit über 65 Jahren finden gemeinsame Fortbildungen für Lehrkräfte und Studienreferendar*innen als Kooperation des Deutschen Jugendherbergswerks Landesverband Bayern e.V. mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus statt. Dazu zählen insbesondere die Lehrgänge „Schule unterwegs“ Gymnasium und „Schule unterwegs“ Realschule. In 2025 waren dies 12 Lehrgänge mit jeweils 3 bis 4 Übernachtungen. Zusätzlich gab es zwei Lehrgänge für Lehramtsanwärter*innen an Grund- und Mittelschulen.

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Augsburg konnten auch 2025 wieder zwei Blockseminare „Fit für die Klassenfahrt“ für Lehramts- und Pädagogik-Studierende durchgeführt werden. Die Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt auf einer professionellen Begleitung von Schülerfahrten werden durch wissenschaftliche Mitarbeiter*innen der Uni Augsburg, dem Team Bildung des DJH Bayern und Gerhard Koller (ehemaliger DJH-Präsident) begleitet.

Die unterschiedlichen Formate an Lehrgängen und Fortbildungen im Bereich Schule und Bildung haben einen hohen Stellenwert im Hinblick auf den Satzungsauftrag des DJH Landesverbandes Bayern zur „Förderung der Erziehung und Bildung junger Menschen“ und sind auch hinsichtlich eines gezielten Schulmarketings bedeutsam.

Insgesamt 479 Lehrkräfte haben 2025 an 19 Lehrgängen und Fortbildungen in bayerischen Jugendherbergen teilgenommen.